Das Wichtigste in Kürze
- Die Zeckensaison in Deutschland und Österreich läuft grob von März bis Oktober — aktiv werden Zecken aber, sobald es dauerhaft rund 7 °C warm ist, in milden Wintern also schon im Januar.
- Es gibt zwei Gipfel: einen starken im späten Frühjahr und Frühsommer, wenn die winzigen Nymphen unterwegs sind, und einen kleineren zweiten im September und Oktober.
- Deutschland weist FSME-Risikogebiete landkreisweise aus; fast alle liegen in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, Südostthüringen und Sachsen — die Liste wächst langsam nach Norden.
- Österreich gilt als Ganzes als Endemiegebiet und wird nicht in Risikobezirke unterteilt; FSME wurde dort inzwischen auch in größeren Höhen nachgewiesen.
- Die Risikokarte bildet nur FSME ab. Lyme-Borreliose ist deutlich häufiger, es gibt keine Standardimpfung dagegen, und sie kommt in beiden Ländern flächendeckend vor — Stichvermeidung lohnt sich also überall, nicht nur in den markierten Gebieten.
Wer in Deutschland oder Österreich wandert, joggt, gärtnert oder campt, merkt schnell: Zeckensaison ist kein Datum im Kalender, sondern eine Frage von Lebensraum und Temperatur. Wenn Sie wissen, wann Zecken aktiv sind und welche Regionen ein höheres Risiko für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME, englisch TBE) tragen, treffen Sie die sinnvollen Vorkehrungen zur richtigen Zeit — statt sich den ganzen Sommer zu sorgen.
Wann beginnt die Zeckensaison in Deutschland und Österreich?
Die häufigste Zecke in beiden Ländern ist Ixodes ricinus, der Gemeine Holzbock. Sie richtet sich nicht nach dem Kalender, sondern nach Thermometer und Luftfeuchtigkeit.
- Aktivitätsschwelle: Zecken beginnen zu lauern, sobald die Temperaturen bei etwa 7 °C liegen — in der Praxis also ab Ende Februar oder März.
- Hauptsaison: März bis Oktober, die meisten gemeldeten Stiche zwischen Mai und Juli.
- Herbstgipfel: ein zweiter, kleinerer Anstieg im September und Oktober, wenn die adulten Zecken wieder aktiv werden.
- Winter: Milde Phasen wecken Zecken jederzeit. Frost räumt sie nicht weg — er legt sie nur still. Ausführlich haben wir das in unserem Beitrag dazu behandelt, ob Zecken im Winter aktiv sind.
Warum das späte Frühjahr am riskantesten ist
Gefährlich ist nicht die adulte Zecke, die man sieht. Es ist die Nymphe — etwa so groß wie ein Mohnkorn, im späten Frühjahr und Frühsommer in riesiger Zahl unterwegs und auf der Haut leicht zu übersehen. Die meisten FSME- und Borreliose-Infektionen gehen auf Stiche zurück, die nie bemerkt wurden.
Wo die FSME-Risikogebiete in Deutschland liegen
Deutschland kartiert das FSME-Risiko formal. Das Robert Koch-Institut bewertet die gemeldeten Fälle Landkreis für Landkreis und veröffentlicht jedes Frühjahr eine aktualisierte Liste der FSME-Risikogebiete. Das Muster ist seit Jahren stabil, mit langsamer Ausdehnung an den Rändern:
- Bayern und Baden-Württemberg — fast flächendeckend Risikogebiet; auf diese beiden Länder entfällt der Großteil der deutschen FSME-Fälle.
- Südhessen, Südostthüringen und Sachsen — größere zusammenhängende Risikogebiete.
- Rheinland-Pfalz, Saarland und Teile Niedersachsens — einzelne Landkreise, die nach und nach hinzukommen.
- Norddeutschland — weitgehend außerhalb der ausgewiesenen Gebiete, aber in den letzten Jahren kamen einzelne Landkreise hinzu. Der Norden ist also keine Garantie.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung für Menschen, die in diesen Landkreisen leben oder dorthin reisen und dabei Zecken ausgesetzt sind.
Wo die Risikogebiete in Österreich liegen
Österreich geht den umgekehrten Weg: Das Land gilt insgesamt als Endemiegebiet, und die Impfung wird der gesamten Bevölkerung empfohlen statt einzelnen Bezirken. Historisch hatte Österreich eine der höchsten FSME-Inzidenzen Europas; die konsequente nationale Impfkampagne seit den frühen 1980er-Jahren gilt als Grund für den drastischen Rückgang der Fälle, und die Durchimpfungsrate gehört bis heute zu den höchsten überhaupt.
Zwei Punkte sind beim Wandern dort wichtig. Die Hotspots konzentrieren sich entlang der Flusstäler sowie in den wärmeren östlichen und südlichen Regionen — Ober- und Niederösterreich, Steiermark, Kärnten, Burgenland und die Tiroler Tallagen. Und das Virus wurde in größeren Höhen nachgewiesen als früher: Die alte Faustregel, oberhalb von etwa 1.000 m sei Schluss mit Zecken, gilt nicht mehr verlässlich.
Deutschland und Österreich im Vergleich
| Deutschland | Österreich | |
|---|---|---|
| Wie das FSME-Risiko definiert wird | Offiziell ausgewiesene Risiko-Landkreise, jährlich überprüft | Gesamtes Land gilt als Endemiegebiet |
| Hauptsächlich betroffene Regionen | Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, Südostthüringen, Sachsen | Donau- und andere Flusstäler; Ober-/Niederösterreich, Steiermark, Kärnten, Burgenland |
| Impfempfehlung | Für Personen mit Zeckenexposition in Risikogebieten | Für die gesamte Bevölkerung |
| Lyme-Borreliose | Überall, auch außerhalb der FSME-Risikogebiete | Überall |
| Hauptsaison | Mai–Juli, zweiter Anstieg im September–Oktober | |
Was die Risikokarte nicht zeigt
Die Karte ist eine FSME-Karte. Über die Infektion, der Sie viel wahrscheinlicher begegnen, sagt sie nichts: die Lyme-Borreliose, verursacht durch Borrelia-Bakterien, die ein erheblicher Teil der Zecken in beiden Ländern trägt. Borreliose wird europaweit auf Hunderttausende Fälle pro Jahr geschätzt, FSME auf wenige Tausend; sie tritt weit außerhalb der ausgewiesenen Risikogebiete auf, und eine Standardimpfung dagegen gibt es nicht.
Die beiden Risiken verhalten sich also unterschiedlich. Gegen FSME hilft die Impfung; gegen Borreliose hilft nur, Stiche zu vermeiden und Zecken schnell zu entfernen. Genau deshalb ersetzt eine Impfung nicht die übrige Routine — warum das so ist, erklären wir in FSME geimpft? Warum Sie trotzdem Zeckenschutz brauchen.
Wann Sie besonders aufpassen sollten
- Lebensraum schlägt Region. Zecken sitzen bis etwa Kniehöhe auf niedriger Vegetation an Waldrändern, in hohem Gras, Farn, Gebüsch und ungemähten Wiesen — auch in Stadtparks und Gärten.
- Wegränder. Dort, wo man das Unterholz streift, passieren die meisten Stiche. In der Wegmitte zu gehen reduziert den Kontakt tatsächlich.
- Feuchtes, mildes Wetter. Zecken trocknen leicht aus und sind bei hoher Luftfeuchtigkeit nach Regen am aktivsten.
- Kinder und Hunde. Beide bewegen sich auf Zeckenhöhe durch die Vegetation. Bei Kindern Haaransatz, hinter den Ohren und den Nacken kontrollieren; Hunde nach jedem Spaziergang absuchen.
- Sitzen und Liegen. Picknick auf der Wiese, Biwakieren und Gartenarbeit auf Knien erhöhen die Exposition.
Routine für einen Spaziergang im Risikogebiet
- Lange Hose in die Socken gesteckt, geschlossene Schuhe, helle Farben, damit eine krabbelnde Zecke auffällt.
- Repellent auf unbedeckte Haut auftragen — vor allem Knöchel, Unterschenkel und Unterarme — und laut Etikett nachcremen.
- Auf dem Weg bleiben und nicht durch hüfthohe Vegetation gehen.
- Am selben Tag den ganzen Körper absuchen: Kniekehlen, Leiste, Bund, Achseln, Bauchnabel, Haaransatz.
- Jede Zecke sofort mit einer feinen Pinzette oder einem Zeckenwerkzeug hautnah greifen und gleichmäßig herausziehen.
- Die Stichstelle einige Wochen beobachten; ein sich ausbreitender roter Ring oder Fieber und Kopfschmerzen nach einem Stich gehören zum Arzt — mit Hinweis auf die Zecke.
Wie incognito® dabei hilft
Die Impfung ist Sache Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes; der tägliche Teil ist die Stichvermeidung — und genau dafür machen wir unsere Produkte. Unser Active Tick Protection Bundle kombiniert den Hautschutz mit dem praktischen Zubehör, um nach dem Spaziergang Zecken zu finden und zu entfernen. Das Repellent ist DEET-frei und basiert auf PMD (para-menthane-3,8-diol), dem pflanzlichen Wirkstoff, den wir als Citrepel® aus javanischer Citronella (Cymbopogon winterianus) gewinnen — dieselbe Wirkstoffklasse, die die US-Umweltbehörde EPA neben DEET und Icaridin führt. Klinisch geprüft, vegan, biologisch abbaubar und gegen Mücken wie Zecken empfohlen.
Für gemischte Touren, auf denen Mücken genauso wahrscheinlich sind wie Zecken, deckt das Insektenschutz-Spray beides in einer Flasche ab. Was Sie auch nutzen: so oft nachtragen, wie das Etikett es vorgibt — ein abgetragenes Repellent schützt niemanden.
Häufige Fragen
Wann beginnt die Zeckensaison in Deutschland und Österreich?
Zecken werden aktiv, sobald die Temperaturen bei etwa 7 °C liegen, meist also Ende Februar oder im März. Die Hauptsaison läuft bis Oktober, am aktivsten sind sie zwischen Mai und Juli.
Welche Regionen in Deutschland sind FSME-Risikogebiete?
Fast ganz Bayern und Baden-Württemberg sowie Südhessen, Südostthüringen, Sachsen und einzelne Landkreise in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Niedersachsen. Das Robert Koch-Institut aktualisiert die Landkreisliste jedes Frühjahr.
Ist ganz Österreich FSME-Risikogebiet?
Österreich gilt als Land insgesamt als Endemiegebiet und wird nicht in Risikobezirke unterteilt; die FSME-Impfung wird der gesamten Bevölkerung empfohlen. Hotspots liegen in Flusstälern sowie im wärmeren Osten und Süden.
Gibt es Zecken auch in den Alpen in der Höhe?
Ja. Zecken und FSME-Viren wurden deutlich oberhalb der alten Faustregel von rund 1.000 m nachgewiesen. Höhe allein ist also kein verlässlicher Grund, auf Schutz zu verzichten.
Kann man im Winter von einer Zecke gestochen werden?
Ja, in milden Phasen. Frost beendet die Zeckenaktivität nicht, er unterbricht sie nur; in milden Jahren werden auch im Dezember und Januar Stiche gemeldet.
Brauche ich Mückenspray und Zeckenschutz, wenn ich gegen FSME geimpft bin?
Ja. Die Impfung schützt nur vor dem FSME-Virus. Lyme-Borreliose und andere durch Zecken übertragene Infektionen sind nicht abgedeckt und haben keine Standardimpfung — Repellent, bedeckte Beine und die tägliche Zeckenkontrolle bleiben wichtig.
Quellen
- Robert Koch-Institut — FSME und die deutschen Risikogebiete
- AGES — FSME in Österreich
- ECDC — Tick-borne encephalitis
- ECDC — Factsheet: Ixodes ricinus
- NHS — Lyme disease
- US EPA — Skin-applied repellent ingredients
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Impfempfehlungen unterscheiden sich zwischen den Ländern — fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder eine reisemedizinische Beratungsstelle, was für Sie gilt. Bei Fieber, Kopfschmerzen oder einer sich ausbreitenden Rötung nach einem Zeckenstich suchen Sie bitte ärztlichen Rat. Beachten Sie stets das Produktetikett.
Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.