Die Lyme-Borreliose ist eine der häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheiten in Europa — und viele Fälle ereignen sich in Wohnortnähe, nicht auf fernen Reisen. Ob Sie wandern, im Garten arbeiten oder den Hund durch hohes Gras führen — einige einfache Gewohnheiten können Ihr Risiko deutlich reduzieren.
Was ist die Lyme-Borreliose?
Die Lyme-Borreliose ist eine durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursachte Infektion, die durch den Stich infizierter Zecken übertragen wird — in Europa meist durch Ixodes ricinus. Laut Europäischem Zentrum für Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) werden in Europa jährlich geschätzte 65.000 Fälle gemeldet, wobei die tatsächliche Zahl wahrscheinlich deutlich höher liegt.
Wichtige Fakten, die jeder Reisende und Outdoor-Fan kennen sollte
- Nicht jede Zecke trägt Borreliose. Die Infektionsrate variiert je nach Region, aber in einigen Teilen Mitteleuropas können bis zu 20 % der Zecken infiziert sein.
- Zecken sind fast das ganze Jahr aktiv. Die Hauptsaison ist Frühling bis Herbst, doch milde Winter bedeuten, dass Zecken bei Temperaturen über etwa 7 °C jederzeit aktiv sein können.
- Zecken fallen nicht von Bäumen. Sie warten auf Grashalmen, Farnen und niedrigen Büschen und klettern auf einen vorbeigehenden Wirt — in der Regel zuerst an Knöcheln oder in den Kniekehlen.
- Ein Stich ist oft schmerzlos. Zeckenspeichel enthält ein leichtes Betäubungsmittel, sodass Sie den Stich möglicherweise gar nicht bemerken.
- Schnelles Entfernen ist entscheidend. Das Übertragungsrisiko steigt deutlich, sobald eine Zecke länger als 24 Stunden ansaugt.
Der klassische „Zielscheiben“-Ausschlag — und warum man sich nicht darauf verlassen sollte
Das charakteristische Frühsymptom der Lyme-Borreliose ist Erythema migrans — ein kreisförmiger, sich ausbreitender roter Ausschlag, der oft (aber nicht immer) ein helleres Zentrum hat. Er erscheint typischerweise 3–30 Tage nach dem Stich.
Aber Achtung: Bis zu 30 % der Menschen mit Lyme-Borreliose entwickeln nie einen Ausschlag. Andere frühe Symptome sind grippeähnliche Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen. Unbehandelt kann Borreliose Monate oder Jahre später zu neurologischen Problemen, Gelenkentzündungen und Herzbeschwerden führen.
So vermeiden Sie Zeckenstiche
- Verwenden Sie ein wirksames Repellent. Tragen Sie das Mittel auf freiliegende Haut auf — besonders auf Waden, Knöchel und den Taillenbereich, wo Zecken typischerweise hochklettern.
- Bedecken Sie sich in Zecken-Lebensräumen. Lange Hosen in Socken gesteckt, lange Ärmel und helle Kleidung (damit Zecken besser zu sehen sind) machen im Wald und im hohen Gras einen echten Unterschied.
- Bleiben Sie auf Wegen. Vermeiden Sie möglichst Kontakt mit Vegetation — Zecken warten auf Grasspitzen und niedrigen Ästen.
- Überprüfen Sie sich nach jeder Tour. Achten Sie auf warme, verborgene Bereiche: Kniekehlen, Leiste, Achseln, Taille, Hals und Haaransatz. Prüfen Sie auch Kinder und Haustiere.
- Duschen Sie innerhalb von zwei Stunden nach dem Heimkommen. Studien zeigen, dass dies das Borreliose-Risiko verringert, teils weil noch nicht angesaugte Zecken abgewaschen werden.
- Trocknen Sie Kleidung 10 Minuten auf hoher Stufe im Wäschetrockner. Dies tötet alle Zecken, die mitgekommen sind.
Wenn Sie eine Zecke finden — entfernen Sie sie richtig
- Verwenden Sie eine Pinzette mit feiner Spitze oder einen speziellen Zeckenentferner.
- Greifen Sie die Zecke möglichst nah an der Haut.
- Ziehen Sie gerade nach oben mit gleichmäßigem Druck — nicht drehen oder ruckeln.
- Desinfizieren Sie die Stelle und waschen Sie sich die Hände.
- Verwenden Sie keine Vaseline, keinen Alkohol, kein heißes Streichholz oder ätherische Öle zum „Ersticken“ oder Verbrennen — die Zecke könnte Mageninhalt in die Wunde abgeben und das Infektionsrisiko erhöhen.
Wann zum Arzt
Suchen Sie einen Arzt auf, wenn sich ein Ausschlag ausbreitet, grippeähnliche Symptome in den Tagen oder Wochen nach einem Zeckenstich auftreten oder die Zecke länger als 24 Stunden angesaugt hat. Eine frühe Antibiotikabehandlung ist höchst wirksam. Fotografieren Sie jeden Ausschlag und notieren Sie, wann und wo der Stich erfolgte — das hilft Ihrem Arzt bei der Diagnose.
Natürlicher Schutz, der wirklich wirkt
Bei incognito® glauben wir, dass wirksamer Schutz nicht aggressive Chemie bedeuten muss. Unser DEET-freies Repellent verwendet klinisch erprobte pflanzliche Wirkstoffe und ist sowohl gegen Zecken als auch Mücken empfohlen. Kombiniert mit vernünftiger Kleidung und Kontrollen nach dem Spaziergang gibt es Ihnen Sicherheit in jedem Grüngebiet — vom Stadtpark bis zum tiefsten Wald.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich Borreliose von einem Haustier bekommen?
Nein — Borreliose wird nicht von Mensch zu Mensch oder von Haustier zu Mensch übertragen. Aber Haustiere können infizierte Zecken nach Hause bringen, also prüfen Sie sie nach Spaziergängen.
Gibt es eine Impfung gegen Lyme-Borreliose?
Derzeit ist in Europa keine zugelassene Humanimpfung erhältlich, klinische Studien laufen jedoch.
Wie schnell muss eine Zecke entfernt werden?
Sobald Sie sie finden. Je länger sie ansaugt, desto höher das Übertragungsrisiko — besonders nach 24 Stunden.
Sind Kinder stärker gefährdet?
Kinder sind oft stärker gefährdet, einfach weil sie mehr Zeit im Gras und Wald spielen. Tägliche Kontrollen in der Zeckensaison sind Pflicht.