Zecken beim Pilze sammeln: Zeckenschutz im Herbstwald

Wicker basket of freshly picked wild mushrooms on the leaf-littered floor of an autumn forest, with walking boots and trousers tucked into socks nearby

Das Wichtigste in Kürze

  • Pilze sammeln gehört zu den Herbstaktivitäten mit der höchsten Zeckenexposition — abseits der Wege, im feuchten Laub, über Stunden hinweg.
  • Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen. Sie warten auf niedriger Vegetation und im Laub, meist unterhalb der Kniehöhe — also genau dort, wo Pilzsammler knien, sich bücken und hineingreifen.
  • September und Oktober sind in weiten Teilen Europas ein zweiter Aktivitätsgipfel von Ixodes ricinus: Zecken im Herbst sind in einem milden Wald keineswegs harmlos.
  • Die Routine, die wirklich hilft, ist unspektakulär: Hosenbeine in die Socken, ein gegen Zecken empfohlenes Repellent auf Knöchel, Unterschenkel und Unterarme, und eine gründliche Körperkontrolle sofort nach der Rückkehr.
  • Eine noch am selben Tag entfernte Zecke ist ein weit kleineres Problem als eine, die drei Tage später auffällt — Schnelligkeit zählt mehr als perfekte Technik.

Pilzsaison und der herbstliche Zeckengipfel fallen in dieselben Wochen und an dieselben Orte. Feuchter, schattiger Wald mit tiefer Laubschicht ist idealer Lebensraum für Pfifferlinge und Steinpilze — und für Ixodes ricinus, den Gemeinen Holzbock, der in Europa Lyme-Borreliose und FSME (TBE) überträgt. Hier lesen Sie, warum Zecken beim Pilze sammeln ein größeres Thema sind als bei einem Herbstspaziergang und wie ein vernünftiger Zeckenschutz aussieht.

Warum Pilze sammeln mehr Zeckenkontakt bedeutet als ein Waldspaziergang

Der Unterschied liegt nicht am Wald. Er liegt daran, was Sie darin tun. Beim Spaziergang bleiben Sie auf dem Weg, aufrecht, in Bewegung. Beim Pilze sammeln ist es genau umgekehrt:

  • Sie verlassen den Weg. Zecken lauern auf ungemähter Vegetation an Lichtungsrändern und im Unterholz — also auf dem Boden, den Pilzsammler gezielt absuchen.
  • Sie gehen tief und fassen ins Laub. Beim Knien kommen Hände, Unterarme, Knie und Hosenbund auf die Höhe, in der Zecken warten, und das Wenden von Laub ist direkter Kontakt mit dem feuchten Kleinklima, das sie brauchen.
  • Sie bleiben stundenlang, und die Exposition hängt von der Zeit ab — ein guter Sammelvormittag dauert drei oder vier Stunden, nicht zwanzig Minuten.
  • Sie konzentrieren sich auf den Boden, nicht auf sich selbst. Niemand bemerkt eine Zecke, die den Ärmel hochkrabbelt, während er einen Röhrling bestimmt.

Dazu kommt der saisonale Faktor: In weiten Teilen des gemäßigten Europas ist die Zeckenaktivität zweigipflig, mit einem großen Frühjahrsmaximum und einem zweiten, kleineren Anstieg im Frühherbst. Dieses Muster haben wir ausführlich in unserem Beitrag zum herbstlichen Zeckengipfel beschrieben — kurz gesagt: Zecken bleiben aktiv, solange die Temperaturen in Bodennähe über etwa 4–7 °C liegen, ein milder Oktoberwald ist also weiterhin aktiver Lebensraum.

Wo Zecken im Pilzwald tatsächlich sitzen

Zecken können weder springen noch fliegen und fallen auch nicht von Ästen. Sie klettern auf einen Halm oder Stängel und warten darauf, dass jemand vorbeistreift — ein Verhalten, das man Lauern nennt. Das führt zu gut vorhersagbaren Orten:

  • Hohes Gras und Farn am Rand von Lichtungen und Waldschneisen
  • Brombeeren, Heidelbeeren und niedriges Gebüsch sowie tiefes, feuchtes Laub — klassischer Pfifferling- und Steinpilzboden
  • Wildwechsel und Übergänge von Feld zu Wald, wo Wirtstiere und Feuchtigkeit zusammenkommen

Kein typischer Lebensraum sind dagegen trockener, sonnenverbrannter Boden, Schotterwege und kurz gemähter Rasen. Wenn sich Ihr Korb füllt, stehen Sie ziemlich sicher genau dort, wo es Zecken gefällt.

Gewohnheiten beim Pilze sammeln — und was Sie ändern sollten

Gewohnheit beim SammelnWarum das das Zeckenrisiko erhöhtWas Sie stattdessen tun sollten
Kurze Hose und Turnschuhe an einem warmen HerbstmorgenNackte Knöchel und Unterschenkel sind das Erste, worauf eine lauernde Zecke trifftLange Hose in die Socken gesteckt, geschlossene Schuhe oder Stiefel
Dunkle Hose und eine eng am Körper getragene TascheZecken wandern auf Stoff, und auf dunklem Gewebe sind sie kaum zu sehenHellere Hose und ein Korb, den Sie abstellen und kontrollieren können
Kein Repellent, weil ja keine Mückenzeit istZeckenaktivität und Mückenaktivität fallen nicht in dieselbe SaisonEin gegen Zecken empfohlenes Repellent auf Knöchel, Beine und Unterarme
Die Zeckenkontrolle erst am nächsten TagDie Saugdauer bestimmt maßgeblich das Infektionsrisiko für Lyme-BorrelioseGründliche Körperkontrolle noch am selben Tag, vor dem Duschen

Was Zecken übertragen können — kurz und ohne Dramatik

Zwei Erkrankungen sind in Europa am wichtigsten. Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Infektion, deren häufigstes Frühzeichen eine sich ausbreitende ringförmige Rötung rund um den Zeckenbiss ist, meist Tage bis Wochen später; sie ist mit Antibiotika behandelbar, und das Risiko steigt, je länger die Zecke saugt. FSME (TBE) ist eine Virusinfektion, die in definierten Risikogebieten Mittel-, Ost- und Nordeuropas vorkommt und durch Impfung verhindert werden kann — die Impfung schützt jedoch nur vor FSME, nicht vor Borrelia, weshalb der Schutz vor dem Stich auch für Geimpfte wichtig bleibt.

Die meisten Zeckenstiche übertragen überhaupt nichts. Der Sinn einer Routine ist nicht Angst — sondern dass die Routine fünf Minuten kostet, während eine Zecke, die eine Woche lang übersehen wird, weit teurer zu stehen kommt.

Die Fünf-Minuten-Routine für wirksamen Zeckenschutz

  1. Vor dem Losgehen: lange Hose in die Socken, geschlossene Schuhe und Repellent auf Knöchel, Unterschenkel, Handgelenke und Unterarme.
  2. Im Wald: bei jeder Pause kurz auf die Unterschenkel schauen — eine Zecke abzustreifen, bevor sie sich festsetzt, ist der günstigste Gewinn überhaupt.
  3. Zurück am Auto: ein Blick auf Hose und Ärmel, bevor Sie sich hineinsetzen, damit Zecken nicht als blinde Passagiere mitfahren.
  4. Innerhalb einer Stunde: eine gründliche Körperkontrolle — Kniekehlen, Leiste, Hosenbund, Achseln, Bauchnabel, Haaransatz und hinter den Ohren. Kinder sollten von einem Erwachsenen kontrolliert werden, besonders Kopfhaut und Nacken.
  5. Wenn Sie eine finden: mit einer feinen Pinzette oder einem Zeckenwerkzeug entfernen, so hautnah wie möglich fassen und gleichmäßig nach oben herausziehen. Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Entfernen von Zecken erklärt die Technik und die Mythen, die man getrost ignorieren kann — kein Öl, keine Hitze, kein Drehen.
  6. Danach: das Datum notieren. Treten in den folgenden Wochen eine sich ausbreitende Rötung, Fieber oder grippeähnliche Beschwerden auf, sagen Sie der Ärztin oder dem Arzt, dass und wann Sie gestochen wurden.

Zwei Ergänzungen: Outdoor-Kleidung im Trockner bei hoher Hitze zu trocknen tötet überlebende Zecken deutlich zuverlässiger als Waschen, und wer mit Hund sammeln geht, kontrolliert auch den Hund — Ohren, Hals, Achseln und zwischen den Zehen.

Wie incognito® hilft

Für den Herbstwald brauchen Sie ein Mittel, das Sie ein paar Stunden lang bereitwillig auf Beinen und Unterarmen tragen — auf Haut, die sich zugleich durch Brombeeren schiebt. Unser Active Tick Protection Bundle ist genau für solche Touren gemacht, und das Insektenschutzspray 100 ml ist die Alltagsvariante, die in jede Sammeltasche passt.

Beide sind DEET-frei. Der Wirkstoff ist PMD (para-Menthan-3,8-diol) als Citrepel®, in unserer Rezeptur gewonnen aus javanischer Citronella (Cymbopogon winterianus) — also die Klasse pflanzlicher Wirkstoffe, die CDC und EPA neben den synthetischen führen, klinisch getestet, vegan und biologisch abbaubar. Gerade im Wald ist das kein Marketingdetail: Was Sie auftragen, landet am Ende auf dem Laub und irgendwann im Boden und im Wasser, durch die Sie gehen. Insektenschutz ohne DEET bleibt trotzdem nur eine Schicht — Kleidung und Körperkontrolle sind die beiden anderen.

FAQs

Kann man sich beim Pilze sammeln Zecken einfangen?
Ja, und leichter als bei einem normalen Spaziergang. Beim Sammeln gehen Sie abseits der Wege in feuchtes Laub und niedrige Vegetation, dicht am Boden, über mehrere Stunden — genau die Bedingungen, unter denen Zecken lauern.

Fallen Zecken von Bäumen auf Pilzsammler?
Nein. Zecken können weder springen noch fliegen und lassen sich nicht von Ästen fallen. Sie klettern auf niedrige Vegetation und warten darauf, abgestreift zu werden — deshalb häufen sich Stiche an Beinen, Hosenbund und Unterarmen.

Was sollte ich beim Pilze sammeln anziehen, um Zecken zu vermeiden?
Lange Hose in die Socken gesteckt, geschlossene Schuhe und hellere Stoffe, auf denen Zecken sichtbar sind, dazu Repellent auf Knöchel, Unterschenkel und Unterarme.

Gibt es im Oktober noch Zecken im Wald?
In der Regel ja. In weiten Teilen des gemäßigten Europas gibt es einen zweiten Aktivitätsgipfel im Herbst, und Zecken bleiben aktiv, solange die bodennahen Temperaturen über etwa 4–7 °C liegen — milde Herbste verlängern die Saison bis weit in den späten Oktober.

Wie schnell muss ich eine Zecke nach dem Pilze sammeln entfernen?
Sobald Sie sie entdecken. Das Übertragungsrisiko für Lyme-Borreliose steigt mit der Saugdauer, deshalb ist eine Körperkontrolle noch am selben Tag wichtiger als eine perfekte Entfernungstechnik.

Können Zecken im Pilzkorb mit nach Hause kommen?
Sie reisen eher auf Kleidung, Taschen und Körben mit als auf den Pilzen selbst. Ausrüstung draußen kontrollieren und ausschütteln und Outdoor-Kleidung im Trockner bei hoher Hitze trocknen, um Überlebende abzutöten.

Quellen

Verfasst vom incognito®-Team. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenn nach einem Zeckenbiss eine Rötung, Fieber oder andere Beschwerden auftreten, wenden Sie sich bitte an medizinisches Fachpersonal.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.