Kurz zusammengefasst – die Asiatische Tigermücke in Deutschland auf einen Blick
- Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) wurde 2007 erstmals in Deutschland nachgewiesen, an einer Rastanlage der A5 bei Lörrach in Baden-Württemberg, und bildet seit Mitte der 2010er-Jahre lokale Brutpopulationen.
- Ihr Schwerpunkt liegt in der Oberrheinebene im Südwesten Deutschlands, wo mehr als 150 lokale Populationen bekannt sind; weitere Populationen wurden in Städten anderer Bundesländer entdeckt.
- Sie erkennen sie an ihrer schwarz-weißen Zeichnung: eine einzelne silberweiße Linie auf dem Rücken und weiße Ringe an den Beinen. Sie ist klein – etwa 3,5 bis 8 mm – und sticht vor allem tagsüber.
- Tigermücke melden: Fangen Sie ein Exemplar unbeschädigt, frieren Sie es über Nacht ein und schicken Sie es an das Citizen-Science-Projekt Mückenatlas – oder nutzen Sie die Meldestelle Ihrer örtlichen Stechmückenbekämpfung bzw. Ihres Gesundheitsamts.
- Der beste Schutz: leere Gefäße plus Mückenschutz: Leeren Sie stehendes Wasser mindestens einmal pro Woche und verwenden Sie im Freien in betroffenen Gebieten ein in der EU zugelassenes Hautrepellent, zum Beispiel auf Basis von PMD.
Noch vor wenigen Jahren war die Asiatische Tigermücke in Deutschland eine Kuriosität an Autobahnraststätten. Heute brütet sie in Gärten, Kleingartenanlagen und auf Friedhöfen entlang des Rheins und taucht jede Saison in weiteren Orten auf. Sie sticht am Tag, vermehrt sich schon in winzigen Wasseransammlungen und kann Viren wie Dengue und Chikungunya übertragen. Dieser Ratgeber erklärt, wo sie sich etabliert hat, wie Sie sie erkennen, wie Sie sie melden und was Stiche tatsächlich verhindert.
Tigermücke in Deutschland: Wo ist sie verbreitet?
Laut KABS, dem kommunalen Verband zur Stechmückenbekämpfung am Oberrhein, wurde die Tigermücke 2007 erstmals in Deutschland nachgewiesen – an einer Rastanlage der A5 im Landkreis Lörrach. Die Art verbreitet sich vor allem als blinder Passagier – Eier in Altreifen und Pflanzgefäßen, erwachsene Mücken in Autos und Lkw, die aus Italien und Südfrankreich nach Norden fahren – und kaum aus eigener Kraft, denn eine erwachsene Mücke fliegt selten weiter als etwa 200 Meter.
Die Oberrheinebene ist der Hotspot
In der warmen, tief gelegenen Oberrheinischen Tiefebene in Baden-Württemberg und im benachbarten Rheinland-Pfalz ist die Art am stärksten etabliert. KABS meldet in der Region mehr als 150 lokale Tigermücken-Populationen, mit etablierten Brutpopulationen seit etwa 2014. Städte wie Freiburg, Heidelberg und Karlsruhe sowie viele kleinere Gemeinden führen jeden Sommer Bekämpfungsprogramme durch.
Tigermücke in anderen Bundesländern
Lokale Populationen wurden auch in städtischen Gebieten außerhalb des Südwestens gefunden, unter anderem in Teilen von Hessen, Bayern, Thüringen und Berlin. Das Bild ändert sich jedes Jahr: Manche Populationen werden durch Bekämpfungsmaßnahmen ausgelöscht, während dank Meldungen aus der Bevölkerung neue entdeckt werden. Einen aktuellen Überblick für Europa bietet die ECDC mit regelmäßig aktualisierten Verbreitungskarten invasiver Stechmücken.
Tigermücke erkennen: So unterscheiden Sie sie
Viele schwarz-weiße Insekten werden für Tigermücken gehalten. Diese Merkmale helfen bei der Unterscheidung:
- Ein weißer Streifen mittig auf dem Rücken (Thorax) bei ansonsten schwarzem Körper – das zuverlässigste Erkennungsmerkmal.
- Weiße Ringe an den Beinen, besonders an den Hinterbeinen, die gebändert wirken.
- Geringe Größe: etwa 3,5–8 mm, oft kleiner als die Gemeine Stechmücke.
- Stiche am Tag, meist im Freien an schattigen Stellen, häufig an Knöcheln und Unterschenkeln.
- Hartnäckiges Verhalten: Sie kehrt nach dem Verscheuchen meist schnell zurück.
| Merkmal | Asiatische Tigermücke | Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) |
|---|---|---|
| Färbung | Schwarz mit silberweißen Streifen und Beinringen | Einfarbig bräunlich-grau |
| Hauptmerkmal | Einzelne weiße Linie auf dem Rücken | Keine deutliche Zeichnung |
| Stechzeit | Tagsüber, Spitzen morgens und am späten Nachmittag | Dämmerung und Nacht |
| Brutstätten | Kleine Gefäße: Untersetzer, Eimer, Reifen, Abflüsse | Regentonnen, Teiche, größere stehende Gewässer |
| Überwinterung | Als ruhende Eier | Als erwachsene Weibchen in Kellern und Schuppen |
Warum die Tigermücke für die Gesundheit relevant ist
Die ECDC führt Aedes albopictus als bestätigten Überträger von Dengue und Chikungunya sowie als potenziellen Überträger von Zika. In den vergangenen Sommern wurden in Frankreich, Italien und Spanien lokal erworbene Dengue- und Chikungunya-Ausbrüche registriert – alle mit dieser Art in Verbindung. In Deutschland wurden gemeldete Dengue-Fälle bisher ganz überwiegend von Reisenden eingeschleppt, doch ein Rückkehrer mit dem Virus kann grundsätzlich heimische Tigermücken infizieren. Deshalb wollen Gesundheitsbehörden neue Populationen möglichst früh entdecken. Die Lage in ganz Europa beschreiben wir in unserem Ratgeber zu Dengue in Europa und der Ausbreitung der Tigermücke.
Für die meisten Menschen in Deutschland ist das Alltagsproblem nicht die Krankheit, sondern die Belästigung: Tigermücken stechen bei Tageslicht aggressiv zu – beim Gärtnern, beim Spielen im Freien oder auf der Terrasse.
Tigermücke melden: So geht’s in Deutschland
Meldungen aus der Bevölkerung sind einer der wichtigsten Wege, neue Populationen zu entdecken. Sie haben zwei Möglichkeiten:
- Schicken Sie die Mücke an den Mückenatlas. Dieses Citizen-Science-Projekt des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und des Friedrich-Loeffler-Instituts bestimmt Stechmücken, die von der Bevölkerung eingesandt werden. Fangen Sie die Mücke unbeschädigt in einem kleinen Gefäß (nicht zerdrücken), legen Sie das verschlossene Gefäß über Nacht ins Gefrierfach, lassen Sie Kondenswasser verdunsten und schicken Sie es in einer stabilen Schachtel zusammen mit dem ausgefüllten Einsendeformular von der Mückenatlas-Website. Das Bestimmungsergebnis erhalten Sie per E-Mail.
- Wenden Sie sich an Ihre örtliche Behörde. In der Oberrheinregion nimmt KABS Meldungen über ungewöhnliche Stechmücken und starke Stechbelästigung über ihr Online-Meldeportal entgegen. Anderswo sagt Ihnen Ihre Gemeinde oder Ihr Gesundheitsamt, wo Sie melden können.
Ein scharfes Foto hilft, aber erst ein echtes Exemplar ermöglicht Fachleuten, die Art sicher zu bestimmen.
Was Sie zu Hause tun können: Brutstätten beseitigen
Larven der Tigermücke brauchen nur wenige Zentimeter Wasser. Bekämpfungsprogramme setzen stark darauf, dass Anwohner diese Kleinstlebensräume beseitigen:
- Untersetzer, Eimer, Gießkannen und Spielzeug leeren und ausbürsten – mindestens einmal pro Woche, denn die Eier haften knapp über der Wasserlinie an den Innenwänden.
- Regentonnen abdecken – mit einem dicht schließenden Deckel oder feinem Netz.
- Reifen, Planen und Behälter trocken lagern oder umgedreht aufbewahren.
- Verstopfte Dachrinnen reinigen und Abflüsse sowie Gullydeckel kontrollieren.
- Wasser in Vogeltränken und Tiernäpfen alle paar Tage wechseln.
- Grabvasen im Blick behalten – eine klassische Brutstätte; mit Sand füllen oder das Wasser häufig erneuern.
Wo Behörden größere Gewässer behandeln, setzen sie das biologische Larvizid Bti ein, das gezielt gegen Stechmückenlarven wirkt. Weitere Ideen für den Garten finden Sie in unserem Ratgeber Mücken im Garten auf natürliche Weise loswerden.
Mückenschutz: So vermeiden Sie Stiche der Tigermücke
Da Tigermücken tagsüber stechen, reichen Gewohnheiten wie das Schließen der Fenster in der Dämmerung nicht aus. Die ECDC empfiehlt, mehrere Schutzmaßnahmen zu kombinieren:
- Tragen Sie ein Hautrepellent auf – bei Aktivitäten im Freien in betroffenen Gebieten, auch morgens und am späten Nachmittag.
- Tragen Sie lange, weite, helle Kleidung und bedecken Sie Knöchel und Unterschenkel, wo diese Art häufig sticht.
- Bringen Sie Insektenschutzgitter an Fenstern und Türen an, wenn Tigermücken in der Nähe Ihres Zuhauses aktiv sind.
- Stellen Sie einen Ventilator auf die Terrasse – die bewegte Luft erschwert kleinen Mücken das Landen.
- Tragen Sie das Repellent gemäß Etikett erneut auf, besonders nach Schwitzen oder Schwimmen.
Mückenspray ohne DEET: Wie incognito® hilft
Wenn Sie in einem Gebiet mit Tigermücken leben oder dorthin reisen, macht ein Repellent, das Sie gern täglich verwenden, den größten Unterschied. Unser Mückenspray ohne DEET enthält PMD (Citrepel®), gewonnen aus Java-Citronella (Cymbopogon winterianus) – dieselbe Wirkstoffklasse, die Gesundheitsbehörden neben DEET aufführen. Es ist klinisch geprüft, vegan und biologisch abbaubar und wird gegen Mücken und Zecken empfohlen – ein Spray für einen Tag im Garten oder eine Wanderung am Rhein.
Häufige Fragen
Wo kommt die Asiatische Tigermücke in Deutschland vor?
Vor allem in der Oberrheinebene in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, wo mehr als 150 lokale Populationen bekannt sind. Lokale Populationen wurden auch in Städten anderer Bundesländer nachgewiesen, und jedes Jahr kommen neue Fundorte hinzu.
Wie erkenne ich, ob es eine Tigermücke ist?
Achten Sie auf eine kleine schwarze Mücke mit einem einzelnen weißen Streifen mittig auf dem Rücken und weißen Ringen an den Beinen. Sie sticht meist tagsüber, oft an den Knöcheln.
Wo kann ich eine Tigermücke in Deutschland melden?
Frieren Sie ein unbeschädigtes Exemplar über Nacht ein und schicken Sie es mit dem Einsendeformular an den Mückenatlas – oder wenden Sie sich an Ihre örtliche Stechmückenbekämpfung oder Ihr Gesundheitsamt. In der Oberrheinregion betreibt KABS ein Online-Meldeportal.
Können Tigermücken in Deutschland Dengue übertragen?
Die Art kann Dengue und Chikungunya übertragen. In Deutschland waren Dengue-Fälle bisher ganz überwiegend reisebedingt, doch in Frankreich, Italien und Spanien gab es lokale Ausbrüche – deshalb ist eine frühe Entdeckung wichtig.
Wann sind Tigermücken aktiv?
Sie stechen bei Tageslicht, mit Spitzen am Morgen und am späten Nachmittag, etwa vom späten Frühjahr bis in den Herbst. Den Winter überstehen sie als ruhende Eier, aus denen bei steigenden Temperaturen wieder Larven schlüpfen.
Welches Mückenschutzmittel wirkt gegen Tigermücken?
Gesundheitsbehörden wie die ECDC und die CDC empfehlen Repellents mit Wirkstoffen wie DEET, Picaridin (Icaridin), IR3535 oder PMD. Beachten Sie stets die Angaben auf dem Etikett zu Altersempfehlungen und erneutem Auftragen.
Quellen
- ECDC – Aedes albopictus: Factsheet für Fachleute
- ECDC – Verbreitungskarten invasiver Stechmücken
- ECDC – Schutzmaßnahmen gegen Stechmücken
- KABS – Aedes albopictus (Asiatische Tigermücke)
- Mückenatlas (ZALF / Friedrich-Loeffler-Institut) – So schicken Sie eine Mücke ein
- WHO – Dengue und schweres Dengue
- CDC – Mückenstiche vorbeugen
Verfasst vom incognito®-Team. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie nach Mückenstichen hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen oder einen Ausschlag bekommen – besonders nach einer Reise –, suchen Sie einen Arzt auf und erwähnen Sie, wo Sie waren.
Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.