Das Wichtigste in Kürze
- Stinkwanzen in der Wohnung sind für Menschen harmlos. Die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) und heimische Baumwanzen ernähren sich von Pflanzen, nicht von Blut. Sie stechen nicht und beißen praktisch nie.
- Im September und Oktober kommen sie ins Haus, um einen trockenen, geschützten Platz zum Überwintern zu finden. Sie vermehren sich nicht, fressen keine Lebensmittel und beschädigen das Haus nicht.
- Der Geruch ist ihre einzige Waffe. Werden sie zerdrückt oder gestört, geben sie einen stechenden, an Koriander erinnernden Geruch ab, der bei empfindlichen Menschen Schnupfen oder juckende Augen auslösen kann.
- Hinausbefördern statt zerquetschen. Fangen Sie die Wanzen mit einem Glas oder mit einem Staubsaugerrohr samt übergezogenem Nylonstrumpf und dichten Sie Ritzen an Fenstern, Lüftungen und Kabeldurchführungen vor dem nächsten Herbst ab.
- Insektensprays für drinnen sind unnötig und halten keine Neuankömmlinge ab; Fachstellen empfehlen stattdessen, die Tiere gar nicht erst hereinzulassen.
Wenn gerade eine flache, schildförmige braune Wanze auf Ihrer Lampe oder Gardine gelandet ist, sehen Sie wahrscheinlich eine Stinkwanze auf der Suche nach einem Winterquartier. In Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und weiten Teilen Mitteleuropas ist die Marmorierte Baumwanze zu einem vertrauten Herbstgast geworden. Die gute Nachricht: Stinkwanzen in der Wohnung sind lästig, aber nicht gefährlich. Hier erfahren Sie, wie Sie sie erkennen, warum sie kommen und wie Sie Baumwanzen loswerden, ohne dass der ganze Raum nach ihnen riecht.
Was ist eine Stinkwanze?
Stinkwanzen, auch Baum- oder Schildwanzen genannt, sind echte Wanzen (Ordnung Hemiptera) mit stechend-saugenden Mundwerkzeugen für Pflanzensaft, Früchte und Samen. Ihren Namen verdanken sie Wehrdrüsen, die bei Gefahr eine stark riechende Flüssigkeit absondern.
Die Art, die man am häufigsten im Haus findet, ist die Marmorierte Baumwanze (englisch brown marmorated stink bug, BMSB). Sie stammt aus Ostasien und wurde mit Schiffscontainern und Waren weltweit verschleppt. Laut Penn State Extension wurde sie 1998 erstmals in den USA nachgewiesen. In Europa ist sie seit Mitte der 2000er-Jahre dokumentiert, zuerst in der Schweiz, und die Europäische Pflanzenschutzorganisation EPPO führt sie als bedeutenden Schädling im Obst- und Gemüsebau. Die Royal Horticultural Society weist darauf hin, dass eine dauerhafte Ansiedlung in Großbritannien noch nicht belegt ist, auch wenn einzelne Tiere mit Reisenden und importierten Waren ankommen.
So erkennen Sie die Marmorierte Baumwanze
- Größe und Form: etwa 17 mm lang, schildförmig und fast so breit wie lang.
- Farbe: oben und unten graubraun gesprenkelt (marmoriert).
- Fühler: helle Ringe an den letzten Gliedern.
- Körperrand: abwechselnd helle und dunkle Bänder am Rand des Hinterleibs.
- Geruch: Die RHS beschreibt ihn als korianderähnlich.
Wanzen, mit denen sie leicht verwechselt wird
| Wanze | Größe | Aussehen | Kommt im Herbst ins Haus? | Risiko für Menschen |
|---|---|---|---|---|
| Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) | Etwa 17 mm | Braun gesprenkelt, geringelte Fühler und Körperränder | Ja, oft in großer Zahl | Keines außer Geruch und möglicher Allergie |
| Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) | 12–14 mm | Im Sommer leuchtend grün, vor dem Winter bronzebraun | Gelegentlich | Keines außer Geruch |
| Grüne Reiswanze (Nezara viridula) | 12–15 mm | Grün, manchmal mit hellen Punkten | Gelegentlich, vor allem in Südeuropa | Keines außer Geruch |
| Amerikanische Kiefernwanze (Leptoglossus occidentalis) | 15–20 mm | Länger und schmaler, mit blattartig verbreiterten Hinterbeinen | Ja | Keines; beißt nicht |
Warum kommen Wanzen im Herbst ins Haus?
Marmorierte Baumwanzen überwintern als erwachsene Tiere. Wenn im September und Oktober die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, suchen sie einen trockenen, geschützten Ort, um die Kälte zu überstehen. In ihrer Heimat sind das Felsspalten und abgestorbene Bäume; in Europa übernehmen nach Süden und Westen ausgerichtete Hauswände diese Rolle. Warme, sonnenbeschienene Fassaden locken sie an, und sie zwängen sich durch Ritzen an Fenstern, Rollladenkästen, Lüftungen, Kaminen, Fassadenverkleidungen und Kabeldurchführungen.
Drinnen verstecken sich die meisten auf dem Dachboden, in Wandhohlräumen und hinter Vorhängen. Die Heizung kann einige an milden Tagen aufwecken – deshalb sehen Sie im November oder sogar im Februar einzelne Wanzen zu Lampen und Fenstern krabbeln. Penn State Extension bestätigt, dass sich Stinkwanzen in Gebäuden nicht vermehren und keine Bauschäden verursachen, und sie fressen weder Lebensmittel noch Kleidung oder Möbel. Im Frühjahr versuchen sie, das Haus wieder zu verlassen, um sich draußen zu ernähren und fortzupflanzen.
Wenn Sie gerade mehrere Insektenarten gleichzeitig im Haus entdecken, sind Sie nicht allein: Unsere Ratgeber zu Asiatischen Marienkäfern im Haus und zu Hausspinnen im Herbst erklären die anderen saisonalen Besucher.
Beißen oder stechen Stinkwanzen?
Nein. Stinkwanzen haben keinen Stachel, und ihre Mundwerkzeuge sind dafür gebaut, Pflanzengewebe anzustechen. Menschliches Blut interessiert sie nicht, und es ist nicht bekannt, dass sie Krankheiten auf Menschen übertragen. Sehr selten berichtet jemand von einem kleinen Piks, wenn eine Wanze die Haut abtastet, doch das ist ungewöhnlich und harmlos.
Können Stinkwanzen Allergien auslösen?
Für die meisten Haushalte ist der Geruch das Schlimmste. Penn State Extension berichtet jedoch, dass die Abwehrstoffe als Luftallergen wirken und bei empfindlichen Menschen Schnupfen (Rhinitis) oder eine Bindehautentzündung auslösen können; auch das Zerdrücken der Wanzen kann die Haut reizen. Wer bereits auf Schaben oder Marienkäfer empfindlich reagiert, ist möglicherweise eher betroffen. Wenn jemand in Ihrem Haushalt jeden Herbst eine laufende Nase oder juckende Augen bekommt, die nachlassen, sobald die Wanzen verschwunden sind, sprechen Sie Ihre Hausärztin bzw. Ihren Hausarzt oder eine Allergologin bzw. einen Allergologen darauf an.
Stinkwanze Geruch: Wonach riecht sie und warum?
Werden sie gestört, zerdrückt oder in den Staubsauger gesaugt, geben Stinkwanzen eine Flüssigkeit aus Drüsen an der Brust ab. Den Geruch beschreiben Menschen als korianderähnlich, grasig oder leicht ranzig. Er soll Vögel und Eidechsen abschrecken und haftet lange an Fingern, Textilien und Staubsaugerbeuteln. Genau deshalb sollten Sie die Tiere nicht zerquetschen.
Stinkwanzen in der Wohnung loswerden (ohne Chemie)
- Einzelne Wanzen mit einem Glas fangen. Stülpen Sie ein Glas über die Wanze, schieben Sie ein Stück Karton darunter und lassen Sie sie draußen frei – oder geben Sie sie bei starkem Befall in ein Glas mit Seifenwasser, wenn Sie sie beseitigen möchten.
- Einen Strumpf im Staubsauger verwenden. Stecken Sie einen dünnen Nylonstrumpf in das Ende des Saugrohrs und fixieren Sie ihn mit einem Gummiband. Die Wanzen landen im Strumpf statt im Beutel, sodass der Staubsauger nicht zu riechen beginnt.
- Nicht zerdrücken. Beim Zerquetschen wird der stärkste Geruch freigesetzt, und auf hellen Stoffen können Flecken entstehen.
- Auf Insektensprays in Innenräumen verzichten. Sie setzen Menschen und Haustiere Chemikalien aus, hinterlassen tote Wanzen in Wandhohlräumen und halten keine neuen Tiere ab. Die Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes der US-Umweltbehörde EPA setzen zuerst auf Vorbeugung und mechanische Methoden.
- Unnötige Lichter ausschalten, vor allem in Fensternähe an Herbstabenden; Stinkwanzen werden von Licht angezogen.
Checkliste zur Vorbeugung für den nächsten Herbst
- Dichten Sie Ritzen an Fensterrahmen, Türen, Rollladenkästen, Leitungsdurchführungen und Kaminen vor Anfang September mit Silikon oder Silikon-Acryl-Dichtmasse ab.
- Reparieren Sie gerissene Fliegengitter und versehen Sie Lüftungen und Abluftventilatoren mit feinem Gitter.
- Prüfen Sie Dachbodenluken und Dachüberstände auf Spalten.
- Schütteln Sie draußen getrocknete Wäsche aus und kontrollieren Sie Gartenmöbelauflagen, bevor Sie sie hereinholen.
- Wenn Sie aus dem Urlaub in einer Region mit Stinkwanzen zurückkommen, prüfen Sie Koffer und Outdoor-Ausrüstung vor dem Auspacken.
Sind Stinkwanzen ein Problem im Garten?
Für Landwirte und Obstbauern: ja. Die Marmorierte Baumwanze saugt an Äpfeln, Birnen, Pfirsichen, Tomaten, Paprika, Zuckermais und vielen Zierpflanzen und hinterlässt dunkle, verkorkte Stellen und verformte Früchte. Italienische Birnen- und Haselnussbauern haben erhebliche Ernteverluste gemeldet. Im Hausgarten ist der Schaden meist nur kosmetisch, und heimische Baumwanzen gehören zu einem gesunden Ökosystem. Wie wir im Beitrag welche Insekten Sie schützen sollten erklären, verdienen die meisten Gartenbewohner einen gelassenen, chemiefreien Umgang.
Wie incognito® hilft
Gegen Stinkwanzen brauchen Sie kein Repellent: Sie beißen nicht, und im Haus besteht die Lösung darin, Ritzen abzudichten und die Tiere nach draußen zu befördern. Bei Herbstspaziergängen, Gartenarbeit oder beim Pilzesammeln sieht es anders aus, denn Zecken und späte Stechmücken sind bis weit in den Oktober aktiv – lesen Sie dazu, was im September und Oktober noch sticht. Für diese Momente im Freien ist das incognito® Insektenschutzspray DEET-frei und enthält PMD (Citrepel®), einen pflanzenbasierten Wirkstoff aus Java-Citronella. Es ist klinisch getestet, wird gegen Mücken und Zecken empfohlen, ist vegan und biologisch abbaubar. Im gesamten incognito® Sortiment finden Sie Optionen für Familie und Reisen. Beachten Sie stets die Angaben auf dem Etikett.
Häufige Fragen
Sind Stinkwanzen für Menschen gefährlich?
Nein. Stinkwanzen stechen nicht, beißen praktisch nie und übertragen keine Krankheiten auf Menschen. Ihre einzige Verteidigung ist ein starker Geruch, der bei empfindlichen Menschen Augen oder Nase reizen kann.
Warum habe ich im Oktober plötzlich Wanzen im Haus?
Marmorierte Baumwanzen überwintern als erwachsene Tiere und suchen bei sinkenden Temperaturen trockene, geschützte Orte. Sonnige Hauswände locken sie an, und sie schlüpfen durch Ritzen an Fenstern, Lüftungen und Rollläden herein.
Legen Stinkwanzen Eier oder vermehren sie sich in der Wohnung?
Nein. Stinkwanzen vermehren sich nicht in Innenräumen. Sie verharren über den Winter in Ruhe und versuchen im Frühjahr, das Haus zu verlassen, um sich draußen an Pflanzen zu ernähren und fortzupflanzen.
Wie entferne ich eine Stinkwanze am besten ohne Geruch?
Fangen Sie sie vorsichtig unter einem Glas und lassen Sie sie draußen frei, oder saugen Sie sie in einen Strumpf, der im Saugrohr befestigt ist. Zerdrücken Sie sie nicht, denn dabei entsteht der stärkste Geruch.
Kann mein Hund oder meine Katze krank werden, wenn sie eine Stinkwanze frisst?
Stinkwanzen sind nicht giftig, doch ihr bitterer Geschmack kann bei Haustieren Speicheln oder Erbrechen auslösen. Wenn Ihr Tier viele davon frisst oder krank wirkt, wenden Sie sich an Ihre Tierarztpraxis.
Beschädigen Stinkwanzen Möbel oder Kleidung?
Nein. Sie nagen weder Holz noch Stoff an. Schäden entstehen nur durch Flecken oder anhaltenden Geruch, wenn sie auf hellen Stoffen oder Vorhängen zerdrückt werden.
Quellen
- Penn State Extension — Brown Marmorated Stink Bug
- Royal Horticultural Society — Brown marmorated stink bug
- EPPO Global Database — Halyomorpha halys
- US EPA — Integrated Pest Management (IPM) Principles
- NHS — Insect bites and stings
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder tierärztliche Beratung. Bei anhaltenden Allergiesymptomen oder einer schweren Reaktion wenden Sie sich an eine Ärztin, einen Arzt oder Ihre Apotheke.
Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.