Sonnenbrand beim Kind: was tun und was besser nicht

Two young children in wide-brimmed sun hats and long-sleeved rash vests playing in the shade of a beach parasol on pale sand, sea in the background

Das Wichtigste in Kürze

  • Kühlen, trinken, bedecken. Bringen Sie Ihr Kind aus der Sonne, kühlen Sie die Haut etwa 15 Minuten mit einer kühlen (nicht eiskalten) Dusche oder einem feuchten Tuch, geben Sie reichlich zu trinken und halten Sie die verbrannte Haut bedeckt, bis sie vollständig abgeheilt ist.
  • Sonnenbrand zeigt sich verspätet. Die Rötung erreicht ihren Höhepunkt meist erst 12–24 Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne — Haut, die am Strand nur leicht rosa wirkt, kann am Abend deutlich schlimmer aussehen.
  • Niemals Eis, Butter, Öle oder fette Cremes auf frischen Sonnenbrand geben, und Blasen niemals aufstechen.
  • Holen Sie ärztliche Hilfe bei Blasenbildung, bei Sonnenbrand eines Babys unter einem Jahr, bei Fieber, Schwindel, Erbrechen oder Verwirrtheit — das können Anzeichen für Hitzeerschöpfung, Sonnenstich oder Hitzschlag sein und nicht nur für verbrannte Haut.
  • Vorbeugen ist besser als behandeln: Schatten zwischen 11 und 15 Uhr, Kleidung und Hut sowie eine großzügig aufgetragene Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, alle zwei Stunden erneuert.

Die Haut von Kindern ist dünner und gegenüber ultravioletter (UV-)Strahlung sehr viel empfindlicher als die von Erwachsenen, und Sonnenbrand in der Kindheit hängt eng mit dem Hautkrebsrisiko Jahrzehnte später zusammen. Die gute Nachricht: Ein leichter Sonnenbrand lässt sich zu Hause gut versorgen, wenn Sie schnell handeln und auf jene Hausmittel verzichten, die alles nur schlimmer machen. Hier lesen Sie, was Sie tun sollten, was Sie besser lassen und wann Sie ärztliche Hilfe brauchen.

Sonnenbrand beim Kind behandeln — Schritt für Schritt

  1. Sofort raus aus der Sonne — ins Haus oder in tiefen Schatten. Verbrannte Haut nimmt weiter UV-Strahlung auf, der Schaden wächst also so lange, wie Ihr Kind draußen bleibt.
  2. Die Haut kühlen. Eine kühle Dusche, ein kühles Bad oder ein kühles, feuchtes Tuch für rund 15 Minuten auf der betroffenen Stelle. Bei Bedarf wiederholen. Kühl heißt angenehm, nicht frierend.
  3. Flüssigkeit nachfüllen. Sonnenbrand zieht Flüssigkeit an die Hautoberfläche, und Kinder trocknen schneller aus als Erwachsene. Bieten Sie regelmäßig Wasser an, bei kleineren Kindern auch Milch oder verdünnten Saft.
  4. Sanft pflegen. Sobald die Haut kühl und trocken ist, lindert eine leichte, parfümfreie After-Sun-Lotion oder eine Feuchtigkeitspflege mit Aloe das Spannen und Schuppen. Sanft auftragen, nicht einreiben.
  5. Die Schmerzen lindern. Altersgerechtes Paracetamol oder Ibuprofen, streng nach Packungsangabe oder dem Rat Ihrer Apotheke dosiert, hilft gegen das brennende Ziehen und lässt Ihr Kind schlafen.
  6. Bedeckt halten. Weite Baumwollkleidung über der verbrannten Stelle und keine weitere Sonne auf dieser Haut, bis sie vollständig abgeheilt ist — das kann eine Woche oder länger dauern.

Was Sie vermeiden sollten

VermeidenWarumBesser stattdessen
Eis oder Kühlakkus direkt auf der HautKann auf ohnehin geschädigter Haut Kälteschäden verursachenKühles Wasser oder ein kühles, feuchtes Tuch
Butter, Olivenöl, KokosölBeliebte Hausmittel, die die Hitze in der Haut einschließen und nichts bringenEine leichte, parfümfreie Feuchtigkeitspflege nach dem Abkühlen
Blasen aufstechenÖffnet die Haut für Infektionen und NarbenIntakt lassen, locker abdecken, ärztlich abklären lassen
Vaseline auf frischen VerbrennungenVerschließende Schicht, unter der die Hitze gestaut bleibtErst kühlen, dann eine atmungsaktive Lotion
Stark parfümierte oder alkoholhaltige LotionenBrennen und können die angegriffene Haut reizenParfümfrei und einfach zusammengesetzt
Noch einmal ‘nur für eine Stunde’ nach draußenEin erneuter Brand auf geschädigter Haut verschlimmert alles massivVollständig bedeckt bleiben, bis alles abgeheilt ist

Wann Sie mit dem Kind zum Arzt sollten

Die meisten Sonnenbrände bei Kindern sind oberflächlich und klingen innerhalb weniger Tage ab. Holen Sie noch am selben Tag ärztlichen Rat ein, wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bemerken:

  • Blasenbildung oder große betroffene Hautflächen
  • Sonnenbrand bei einem Baby unter einem Jahr
  • Fieber, Schüttelfrost oder Frösteln
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen
  • Ungewöhnliche Schläfrigkeit, Verwirrtheit oder ein Kind, das sich nur schwer wecken lässt
  • Später auftretende Infektionszeichen — zunehmende Schmerzen, Schwellung, Eiter oder sich ausbreitende Rötung

Sonnenbrand und Hitzeerkrankungen treten häufig gemeinsam auf. Ein Sonnenstich beim Kind zeigt sich oft durch Kopfschmerzen, einen hochroten Kopf, Übelkeit und Unruhe. Der britische NHS wertet Verwirrtheit, sehr hohes Fieber, schnelle Atmung und ein Kind, dem es nach 30 Minuten Kühlung nicht besser geht, als medizinischen Notfall und nicht als Hautproblem.

Warum Kinder schneller verbrennen als Erwachsene

An einem Sommertag sprechen drei Dinge gegen ein Kind. Seine Haut enthält weniger schützendes Melanin und hat eine dünnere äußere Schicht, dieselbe UV-Dosis richtet also mehr Schaden an. Das Verhältnis von Körperoberfläche zu Gewicht ist höher, Kinder überhitzen und dehydrieren deshalb schneller. Und sie verbringen schlicht mehr Stunden im Freien, oft auf stark reflektierenden Flächen — Wasser reflektiert UV-Strahlung, Sand reflektiert UV-Strahlung, und Schnee reflektiert am meisten.

Die UV-Intensität steigt zudem pro 1.000 m Höhe um rund 10–12 %, weshalb eine Bergwanderung in den Alpen Kinder verbrennt, die zu Hause nie einen Sonnenbrand bekommen. Auch Wolken sind kein Schutz: Ein großer Teil der UV-Strahlung dringt durch leichte Bewölkung, und der klassische Sonnenbrand am ‘bedeckten Tag’ gehört zu den häufigsten Urlaubsblessuren.

Sonnenbrand vorbeugen: Sonnenschutz für Kinder, der wirklich wirkt

  • Mittags in den Schatten. Etwa zwischen 11 und 15 Uhr ist der UV-Index in weiten Teilen Europas am höchsten. Planen Sie Baden und Spielen um dieses Zeitfenster herum, nicht hinein.
  • Zuerst Kleidung, dann Sonnencreme. Ein langärmeliges UV-Shirt, ein Hut mit breiter Krempe und eine gut sitzende Sonnenbrille leisten etwas, was Sonnencreme nicht kann: Sie waschen sich nicht ab und werden nicht vergessen.
  • Babys unter sechs Monaten gehören gar nicht erst in die direkte Sonne — so lautet die Standardempfehlung des NHS, denn ihre Haut ist für längere Sonneneinwirkung viel zu empfindlich. Auch Sonnencreme fürs Baby ersetzt Schatten und Kleidung nicht.
  • Genug Sonnencreme auftragen. Die meisten Menschen nehmen nur halb so viel, wie der angegebene LSF voraussetzt. Tragen Sie eine großzügige Schicht auf, und zwar 20–30 Minuten bevor Sie nach draußen gehen.
  • Alle zwei Stunden nachcremen — und sofort nach dem Baden, dem Abtrocknen oder starkem Schwitzen, selbst bei wasserfesten Produkten.
  • Die vergessenen Stellen nicht auslassen: Ohren, Fußrücken, Nacken, den Scheitel und den Hautstreifen unter den Trägern der Badebekleidung.

Sonnenschutz und Insektenschutz am selben Tag

Sommerabende bedeuten UV-Strahlung und Mücken zugleich, und die Reihenfolge ist entscheidend: Zuerst kommt die Sonnencreme auf die Haut und darf einziehen, danach folgt das Insektenschutzmittel darüber. Andersherum kann der Schutzfilm des Repellents verdünnt werden. Die genauen Abstände erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zum Kombinieren von Sonnencreme und Insektenschutz.

So hilft incognito®

Für Familien, die lieber eine Flasche statt zwei einpacken, verbindet unser Mineral Sunblock & Insect Repellent SPF30 mineralischen UV-Schutz mit unserem pflanzlichen Wirkstoff PMD (Citrepel®) — dem DEET-freien Wirkstoff, der sowohl gegen Mücken als auch gegen Zecken empfohlen wird. Es ist vegan, biologisch abbaubar und wird in Großbritannien hergestellt. Richten Sie sich bei der Altersfreigabe immer nach dem Etikett und nicht nach allgemeinen Empfehlungen aus dem Internet, auch nicht nach unseren.

Wenn die Sonne bereits gewonnen hat, ist unsere Natural Aftersun & Moisturiser eine leichte, schlicht formulierte Lotion, die heiße, spannende Haut nach einem langen Tag im Freien beruhigt. Wie sie sich im Vergleich zur klassischen Nachsorge schlägt, lesen Sie unter natürliches After Sun im Vergleich zur klassischen Nachsorge, und wenn der ‘Sonnenbrand’ Ihres Kindes eher juckt und knotig ist als einfach nur rot, lohnt stattdessen ein Blick auf Sonnenallergie und polymorphe Lichtdermatose.

Was Sie in der kommenden Woche erwartet

Die Rötung erreicht nach 12–24 Stunden ihren Höhepunkt und klingt über drei bis fünf Tage ab. Das Schuppen beginnt meist an Tag vier oder fünf und ist normal — bitte nicht daran zupfen, denn die neue Haut darunter ist ungeschützt und verbrennt leicht erneut. Cremen Sie während der Schuppungsphase weiter und halten Sie die Stelle im Freien danach noch mindestens eine Woche bedeckt.

Häufige Fragen

Was hilft bei Sonnenbrand beim Kind?
Kühlen Sie die Haut zuerst rund 15 Minuten mit kühlem Wasser oder einem feuchten Tuch und tragen Sie danach eine leichte, parfümfreie After-Sun-Lotion oder eine Aloe-Pflege auf. Verzichten Sie auf Butter, Öle, Vaseline und Eis.

Wie lange dauert ein Sonnenbrand bei Kindern?
Ein leichter Sonnenbrand erreicht seinen Höhepunkt nach 12–24 Stunden und klingt innerhalb von drei bis fünf Tagen ab, das Schuppen beginnt um Tag vier oder fünf. Ein Sonnenbrand mit Blasen dauert länger und gehört ärztlich beurteilt.

Wann sollte ich mit meinem Kind wegen Sonnenbrand zum Arzt?
Noch am selben Tag bei Blasenbildung, großflächigem Sonnenbrand, bei einem Baby unter einem Jahr sowie bei Fieber, Erbrechen, Schwindel oder Verwirrtheit. Verwirrtheit und sehr hohes Fieber sind Notfallzeichen eines Hitzschlags.

Darf ich meinem Baby After Sun auftragen?
Prüfen Sie die Altersangabe auf dem Etikett und sprechen Sie vorher mit Ihrer Apotheke oder Ihrer Kinderärztin. Der NHS empfiehlt, Babys unter sechs Monaten ganz aus der direkten Sonne zu halten, statt sich auf Produkte zu verlassen.

Wirkt Sonnencreme nach dem Baden nicht mehr?
Weitgehend nicht mehr. Auch wasserfeste Sonnencreme verliert nach dem Schwimmen oder Abtrocknen an Schutz, cremen Sie deshalb sofort danach nach und anschließend alle zwei Stunden.

Kann mein Kind auch bei bewölktem Himmel einen Sonnenbrand bekommen?
Ja. Ein großer Teil der UV-Strahlung dringt durch leichte Bewölkung, dazu kommt die Reflexion von Wasser, Sand oder Schnee. Sonnenbrand an bedeckten Tagen ist im Urlaub sehr häufig.

Quellen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenn Sie sich wegen des Sonnenbrands, einer Hitzeerkrankung oder einer Hautreaktion Ihres Kindes Sorgen machen, wenden Sie sich an Ihre Kinderärztin, Ihre Apotheke oder den ärztlichen Notdienst. Befolgen Sie stets die Hinweise auf dem Produktetikett.

Geschrieben vom incognito®-Team.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.