Fliegen im Herbst am Fenster: Warum Clusterfliegen kommen und was hilft

Sunlit country-house window in autumn with a vase of dried grasses on the sill and a few flies resting on the glass, garden with autumn trees outside

Das Wichtigste in Kürze

  • Die langsamen, brummenden Fliegen am Fenster im Herbst sind meist Clusterfliegen (Polsterfliegen, Pollenia-Arten), keine Stubenfliegen. Sie suchen einen trockenen Platz zum Überwintern.
  • Für Menschen sind sie harmlos. Clusterfliegen stechen nicht, vermehren sich nicht im Haus und übertragen laut Penn State Extension keine medizinisch bedeutsamen Krankheiten auf den Menschen.
  • Ihre Larven leben in Regenwürmern, nicht in Abfällen oder Lebensmitteln. Die Quelle ist ein Rasen oder eine Wiese in der Nähe Ihres Hauses, keine schmutzige Küche.
  • Licht und Wärme locken sie ans Fenster. An sonnigen Tagen erwachen sie auf dem Dachboden und in Hohlwänden und krabbeln zur hellsten Stelle, um wieder nach draußen zu gelangen.
  • Abdichten ist besser als Chemie. Dichten Sie Ritzen vor September ab und saugen Sie Fliegen im Haus einfach ab. Insektizide auf dem Dachboden oder in Hohlwänden hinterlassen tote Fliegen, von denen sich Teppichkäfer ernähren können.

Jedes Jahr im September und Oktober beobachten viele Haushalte in Deutschland, Österreich, Tschechien und ganz Mitteleuropa dasselbe: Dutzende träge Fliegen brummen gegen sonnige Fensterscheiben, sterben auf der Fensterbank und tauchen mitten im Winter an warmen Tagen wieder auf. Wenn Ihre Küche sauber ist und es keine erkennbare Ursache gibt, haben Sie es wahrscheinlich mit Clusterfliegen zu tun. Dieser Ratgeber erklärt, warum im Herbst so viele Fliegen am Fenster sind, wie Sie die Arten unterscheiden, ob sie ein Gesundheitsrisiko darstellen und wie Sie die Fliegenplage im Herbst ohne Chemie in den Griff bekommen.

Welche Fliegen sammeln sich im Herbst am Fenster?

Die meisten Fliegen, die im Herbst am Fenster auftauchen, gehören zu einer von drei Gruppen. Die richtige Bestimmung ist wichtig, denn jede hat eine andere Ursache und erfordert eine andere Lösung.

FliegeAussehenVerhalten im HausWo sie sich entwickeltGesundheitliche Bedeutung
Clusterfliege / Polsterfliege (Pollenia spp.)Etwas größer als eine Stubenfliege, mattgrau mit goldenen Härchen auf dem Brustabschnitt; Flügel liegen in Ruhe übereinanderLangsam, unbeholfen, sammelt sich in großer Zahl an sonnigen Fenstern und auf DachbödenBoden; Larven entwickeln sich in RegenwürmernKeine bekannte Übertragung medizinisch bedeutsamer Krankheiten
Stubenfliege (Musca domestica)Grau mit vier dunklen Längsstreifen auf dem Brustabschnitt; Flügel leicht gespreiztSchnell, aktiv, fliegt Lebensmittel und Abfälle anEssensreste, Kompost, MistKann Keime von Abfällen auf Lebensmittel übertragen
Fruchtfliege / Essigfliege (Drosophila spp.)Winzig (2–4 mm), oft mit roten AugenSchwirrt um Obstschalen, Mülleimer und AbflüsseGärendes Obst, feuchte organische ResteVor allem ein hygienisches Ärgernis

Eine einfache Faustregel: Sind die Fliegen träge, treten sie im Herbst und Spätwinter in großer Zahl auf und finden Sie keine Nahrungsquelle, handelt es sich fast sicher um Clusterfliegen. Sind sie flink und kreisen in der Küche, suchen Sie stattdessen nach der Quelle von Stuben- oder Fruchtfliegen.

Warum kommen Clusterfliegen im Herbst ins Haus?

Clusterfliegen überwintern als erwachsene Tiere. Wenn im Spätsommer und Frühherbst die Tage kürzer und die Nächte kühler werden, suchen sie geschützte Plätze für die Winterruhe. In der Natur nutzen sie Hecken, lose Rinde und abgestorbene Bäume. Gebäude bieten etwas noch Besseres: warme, sonnenbeschienene Wände mit unzähligen kleinen Ritzen.

  1. Sonnige Wände ziehen sie an. Im Herbst sammeln sich die Fliegen an den warmen Süd- und Westseiten von Gebäuden, oft zu Hunderten. Diesem Verhalten verdanken sie ihren Namen (engl. cluster = Ansammlung).
  2. Sie schlüpfen durch winzige Spalten. Ritzen an Fensterrahmen, Rollladenkästen, Dachtraufen, Schornsteinen, Lüftungsöffnungen und Kabeldurchführungen reichen völlig aus.
  3. Sie verstecken sich und fallen in Winterstarre. Die meisten landen auf Dachböden, in Hohlwänden und ungenutzten Räumen, wo sie sich dicht zusammendrängen.
  4. Wärme weckt sie auf. Die Heizung oder ein sonniger Winternachmittag erhöht die Temperatur so weit, dass sie aktiv werden. Penn State Extension beschreibt, wie sie dann orientierungslos aus Hohlwänden und Dachböden krabbeln, um wieder ins Freie zu gelangen.
  5. Licht zieht sie ans Fenster. Einmal wach, steuern sie den hellsten Punkt an: die Scheibe. Sie kommen nicht hindurch, ermüden schnell und sterben oft auf der Fensterbank.

Deshalb sind Jahr für Jahr dieselben Räume betroffen, häufig das oberste Stockwerk oder die Sonnenseite des Hauses. Die Fliegen werden nicht von Schmutz angezogen, sondern vom Gebäude selbst.

Warum sind die Fliegen am Fenster so langsam und träge?

Überwinternde Fliegen haben nur sehr geringe Energiereserven, und bei kühlen Temperaturen arbeitet ihr Körper langsam. Darum wirken Clusterfliegen schläfrig, stoßen gegen die Scheibe und lassen sich leicht fangen. Aus demselben Grund sehen Sie sie an milden Tagen im Dezember, Februar oder März, lange nachdem andere Insekten verschwunden sind.

Woher kommen Clusterfliegen? Die Verbindung zum Regenwurm

Clusterfliegen haben einen ungewöhnlichen Lebenszyklus. Im Frühjahr verlassen die erwachsenen Fliegen ihr Winterquartier und legen ihre Eier im Boden ab. Die geschlüpften Larven suchen Regenwürmer und entwickeln sich als Parasiten in ihnen. Nach der Verpuppung im Boden schlüpfen die erwachsenen Fliegen; in Mitteleuropa kann es mehrere Generationen in einem einzigen Sommer geben.

Was das für Sie bedeutet:

  • Häuser neben Rasenflächen, Weiden, Wiesen oder Feldern sind häufiger betroffen.
  • Die Fliegen vermehren sich nicht in Ihrer Wohnung, es gibt also kein Nest im Haus zu finden.
  • Gründlicheres Putzen verringert ihre Zahl nicht, denn die Quelle liegt im Freien.
  • Clusterfliegen gelten als in Europa heimisch und sind hier Teil des normalen Ökosystems.

Clusterfliegen sind nur eines von mehreren Insekten, die im Herbst in Gebäude einziehen. Unsere Ratgeber zu Stinkwanzen im Haus im Herbst und Asiatischen Marienkäfern im Haus behandeln die anderen typischen Herbstgäste.

Sind Fliegen am Fenster gefährlich für die Gesundheit?

Bei Clusterfliegen lautet die Antwort: Entwarnung. Laut Penn State Extension beschädigen sie Ihr Haus nicht und übertragen keine bekannten, medizinisch bedeutsamen Krankheiten auf den Menschen. Sie beißen und stechen nicht, und da sie sich nicht von Abfällen oder Lebensmitteln ernähren, gelten sie im Gegensatz zu Stubenfliegen nicht als Hygienerisiko.

Es gibt drei kleinere Nachteile:

  • Kleine dunkle Kotflecken auf Fenstern, Rahmen und Wänden.
  • Ein schwacher, süßlicher Geruch, wenn viele Fliegen zerdrückt werden.
  • Tote Fliegen auf Dachböden und in Hohlwänden, die Teppichkäfer anlocken können. Diese Käfer gehen später unter Umständen an Wollsachen, gelagerte Trockenvorräte und andere Naturmaterialien.

Bei Stubenfliegen ist das anders. Da sie sich in Abfällen entwickeln und Lebensmittel anfliegen, können sie Bakterien von einem Ort zum anderen tragen. Sind die Fliegen in Ihrer Wohnung schnell und konzentrieren sich auf die Küche, decken Sie Lebensmittel ab, leeren Sie Mülleimer regelmäßig und kontrollieren Sie den Kompost.

Fliegen am Fenster loswerden ohne Chemie

Penn State Extension bezeichnet mechanisches Aussperren als beste Methode, Clusterfliegen aus dem Haus fernzuhalten. Sind sie bereits drinnen, ist das Entfernen von Hand wirksamer als Sprühen.

  1. Saugen Sie sie ab. Ein Staubsauger mit Fugendüse ist die schnellste Methode. Leeren Sie Beutel oder Behälter anschließend im Freien, damit die Fliegen nicht wieder herauskrabbeln.
  2. Öffnen Sie an milden Tagen das Fenster. Viele Fliegen verschwinden von selbst, sobald sie eine Öffnung finden.
  3. Verwenden Sie Fensterfliegenfallen. Ungiftige Klebestreifen für Fensterscheiben fangen Fliegen, die vom Licht angezogen werden. Bringen Sie sie außer Reichweite von Haustieren und Kindern an.
  4. Halten Sie Dachböden und ungenutzte Räume dunkel. Ohne Licht erwachen die Fliegen seltener und wandern weniger in die Wohnräume.
  5. Verzichten Sie auf Insektizide auf dem Dachboden und in Hohlwänden. Laut Penn State Extension können Stäubemittel zwar Tausende Fliegen töten, doch die toten Insekten dienen Teppichkäfern als Nahrung. Auch die Grundsätze der integrierten Schädlingsbekämpfung der US EPA empfehlen, zuerst auf Vorbeugung und physikalische Methoden zu setzen.

Checkliste: Clusterfliegen im nächsten Herbst vorbeugen

Der Zeitpunkt ist entscheidend: Dichten Sie das Haus vor Ende August ab, bevor sich die Fliegen an sonnigen Wänden sammeln.

  • Dichten Sie Ritzen an Fensterrahmen, Türen, Fassadenverkleidungen, Leitungsdurchführungen und Schornsteinen sowie unter Traufbrettern mit hochwertigem Silikon oder Silikon-Acryl-Dichtstoff ab.
  • Reparieren oder ersetzen Sie beschädigte Fliegengitter an Türen und Fenstern.
  • Prüfen Sie Rollladenkästen, Dachtraufen und Dachbodenluken auf Spalten.
  • Bringen Sie feines Gitter an Lüftungsziegeln, Lüftungsöffnungen und Abluftauslässen an.
  • Konzentrieren Sie sich auf die sonnigsten Hauswände, an denen sich die Fliegen zuerst sammeln.

Diese Maßnahmen helfen auch gegen Mücken, die im Haus überwintern wollen. Unser Artikel Wo sind Mücken im Winter? erklärt, warum sich manche von ihnen in Kellern und Schuppen verstecken.

Wie incognito® hilft

Gegen Clusterfliegen brauchen Sie kein Insektenschutzmittel: Sie stechen nicht, und im Haus helfen Abdichten und der Staubsauger. Draußen sieht es im Herbst anders aus. Zecken bleiben an milden Tagen bis in den Oktober und darüber hinaus aktiv, und späte Mücken stechen an warmen Abenden noch immer. Die WHO zählt beide zu den Überträgern von Krankheiten beim Menschen. Für Gartenarbeit, Spaziergänge und Herbstwanderungen ist das incognito® Insektenschutz-Spray DEET-frei und enthält PMD (Citrepel®), einen pflanzenbasierten Wirkstoff aus Java-Citronella. Es ist klinisch getestet, empfohlen gegen Mücken und Zecken, vegan und biologisch abbaubar. Varianten für Familie und Reise finden Sie im gesamten incognito® Sortiment. Beachten Sie stets die Angaben auf dem Produktetikett.

Häufige Fragen

Warum sind im Oktober so viele Fliegen an meinen Fenstern?
Höchstwahrscheinlich handelt es sich um Clusterfliegen, die einen Platz zum Überwintern suchen. Sie sammeln sich an sonnigen Wänden, schlüpfen durch kleine Ritzen ins Haus und krabbeln dann zum Licht der Fenster.

Sind Clusterfliegen gefährlich?
Nein. Clusterfliegen beißen und stechen nicht, vermehren sich nicht im Haus und übertragen keine bekannten, medizinisch bedeutsamen Krankheiten auf den Menschen. Lästig sind vor allem ihre große Zahl und kleine dunkle Flecken auf den Fenstern.

Warum sind im Winter Fliegen am Fenster, obwohl es draußen kalt ist?
Fliegen, die auf dem Dachboden oder in Hohlwänden überwintern, erwachen, wenn die Heizung oder ein sonniger Tag das Gebäude aufwärmt. Dann krabbeln sie zum Licht, um wieder nach draußen zu gelangen.

Wie unterscheide ich eine Clusterfliege von einer Stubenfliege?
Clusterfliegen sind etwas größer, langsam und haben goldene Härchen auf dem Brustabschnitt; in Ruhe liegen ihre Flügel übereinander. Stubenfliegen sind flinker, haben vier dunkle Streifen auf dem Brustabschnitt und fliegen Lebensmittel und Abfälle an.

Brauche ich gegen Clusterfliegen einen Kammerjäger?
In der Regel nicht. Absaugen im Haus und Abdichten von Ritzen vor dem Spätsommer genügen in den meisten Haushalten. Verzichten Sie auf Insektizide auf dem Dachboden und in Hohlwänden, da tote Fliegen Teppichkäfer anlocken können.

Verhindert ein sauberes Haus Clusterfliegen?
Nein. Clusterfliegen ernähren sich im Haus weder von Lebensmitteln noch von Abfällen; ihre Larven entwickeln sich in Regenwürmern im Boden. Häuser neben Rasenflächen und Wiesen sind unabhängig von ihrer Sauberkeit betroffen.

Quellen

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei einer starken Reaktion auf einen Insektenstich wenden Sie sich an einen Arzt oder eine Apotheke.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.